Blutegel-Therapie für Tiere

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Die Blutegel-Therapie  wurde bereits in der indischen Medizin 600 v. Chr. verwendet. Mit Aufkommen der modernen Medizin gerat der Blutegel mit seinen Behandlungsmethoden zunehmend in den Hintergrund.

Seit den 1980er Jahren werden Blutegel wieder vermehrt erfolgreich in Schulmedizin und Naturheilkunde eingesetzt. 

Mittlerweile sind Blutegel als Arzneimittel eingestuft und nur noch auf (tier-)ärztliche Verschreibung zu beziehen. 

 

Blutegel saugen nicht nur Blut, sondern geben dabei auch ein Speichelsekret ab, dessen Inhaltsstoffe in der Medizin nützlich sind. Das darin enthaltene Hirudin wirkt hemmend auf die Bildung von Blutgerinnseln und fördert den Lymphfluss. Die Wirkung ist besonders gut, sodass es mittlerweile weltweit sogar synthetisch hergestellt wird und sehr erfolgreich bei Gerinnungsstörungen eingesetzt wird. Die Inhaltstoffe des Blutegel-Speichel haben sehr vielfältige Wirkungen.

So sind sie unter anderem:

  • entzündungshemmend
  • antibakteriell
  • schmerzlindernd
  • abschwellend
  • durchblutungsfördernd

Selbst in der freien Natur kann erstaunlicherweise beobachtet werden, dass Tiere mit Gelenksarthosen freiwillig in Gewässer mit Egeln gehen und so lange ausharren, bis die Egel ihre Mahlzeit beendet haben.

Beim Einsatz der Blutegel in der Tiermedizin ist besonders zu beachten, dass ein Blutegel stets nur für ein Tier verwendet werden darf. Der Grund dafür ist so einfach wie wichtig. Die Egel können nach einem Saugakt potentiell infektiös sein und damit Krankheitserreger auf weitere Tiere übertragen.

Dies bedeutet, dass die Egel nach einem Einsatz in der Blutegel-Therapie keine Verwendung mehr haben. Für mich ist besonders wichtig, dass die Egel nach ihrem hilfreichen Arbeitseinsatz nicht getötet werden, sondern in speziellen Rentnerteichen ihren Lebensabend ausklingen lassen können.

Die Einsatzgebiete für Blutegel bei Tieren:

  • Sehnenscheidenfüllungen
  • Sehnen- und Bänderschäden
  • akute Hufrehe beim Pferd
  • Arthrose
  • arthritische Gelenkssymptome
  • Verbesserung der Wundheilung oder infizierte Wunden
  • Abszesse
  • Blutergüsse, beim Hund zum Beispiel das sog. Blutohr (Othämatom)

In meiner Praxis setze ich Blutgel ergänzend zu der tierosteopathischen Behandlung ein.

FAQ und Wissenswertes

  • Die zu behandelnde Lokalisation sollte eine Woche vor einer Behandlung nicht mit Salben oder Tonerden behandelt werden oder in Berührung kommen. Die Geruchsabweichungen können die Egel am beißen hindern.
  • Falls Ihr Tier Medikamente oder Teufelskralle bekommt, teilen Sie mir dies bitte mit. Das ist wichtig, weil einige Medikamente blutverdünnend wirken.
  • Der Saugprozess kann von wenigen Minuten bis hin zu 1,5 Stunden dauern!. Währenddessen ist es sehr wichtig, dass die Egel nicht entfernt werden dürfen.
  • Es ist möglich, dass die Bissstellen bis zu 24 Stunden nachbluten können. Grund dafür ist das im Speichel der Egel enthaltene gerinnungshemmende Hirudin.

Der Biss ist ein kurzer Schmerzreiz ähnlich eines Mückenstiches. Der anschließende Saugprozess ist allerdings nicht mit Schmerzen verbunden. Der Egelspeichel beinhaltet gut wirkende betäubende und schmerzlindernde Substanzen.

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